Psychotherapie: So läuft die erste Sitzung bei mir ab

3–4 Minuten

Wer eine Therapie beginnt, fragt sich möglicherweise vorher: Was passiert eigentlich in der ersten Therapiesitzung? Wenn Du den Schritt wagst und ein psychologisches Erstgespräch vereinbarst, kann der erste Termin verständlicherweise beängstigend oder verunsichernd sein.

Damit Du vorab eine Vorstellung hast, möchte ich Dich hier informieren, was Dich bei mir erwartet.

Vor der ersten Sitzung: Kennenlerntelefonat

Wenn du vor einem Erstgespräch einen Eindruck bekommen möchtest, ob ich die richtige Therapeutin für dich bin oder Unsicherheiten besprechen möchtest biete ich Dir ein kostenloses und unverbindliches Telefonat an. Dabei kannst Du Dir einen ersten Eindruck von mir machen und prüfen, ob Du Dir eine Zusammenarbeit vorstellen kannst. Gleichzeitig klären wir, ob meine Arbeitsweise zu Deinen Anliegen passt.

Das Erstgespräch: Kennenlernen und Zielsetzung

Haben wir einen Termin vereinbart (online oder vor Ort), beginne ich mit einigen organisatorischen Punkten:

  • Aufnahme Deiner Kontaktdaten
  • Erklärung zum Ablauf und zu den Regeln der Vertraulichkeit

Das Ziel der ersten Sitzung ist, dass wir uns kennenlernen und ich ein Verständnis bekomme, welche Probleme Dich zu mir geführt haben und was Deine Wünsche, Hoffnungen und Ziele der Therapie sind. Nach dem Erstgespräch entscheidest Du Dich, ob du bei mir eine Therapie starten möchtest.

Ein wichtiger Punkt vorab: Alles, was wir besprechen (telefonisch, per Mail oder in den Gesprächen), bleibt vertraulich. Ich unterliege der Schweigepflicht. Das bedeutet, dass nichts ohne Dein Einverständnis nach außen getragen wird.

Welche Fragen werden gestellt?

Ich werde Fragen stellen, um mir ein Bild von Deiner Situation, Deiner Vorgeschichte und Deinen Lebensumständen machen. Außerdem geht es um Deine Wünsche, Hoffnungen und Ziele.

Ein Beispiel für eine typische Frage ist: „Wenn Du nach einer abgeschlossenen Therapie das Gefühl hättest, dass sie Dir erheblich geholfen und die Dinge zum Besseren verändert hat – was wäre dann anders?“ Vielleicht magst Du Dir im Vorfeld schon Gedanken dazu machen?

Ich werde in der ersten Sitzung auch Fragen zu Risikothemen stellen, beispielsweise zu Suizidgedanken, Selbstverletzung oder Gewaltgedanken. Zudem stelle ich die Frage, ob Du Dich durch irgendwen oder etwas bedroht oder gefährdet fühlst. Diese Fragen stelle ich allen Klient:innen, um sicherzustellen, dass Du oder Andere nicht gefährdet sind.

Während der Sitzung und am Ende wirst Du Gelegenheiten haben, Fragen zu stellen.

Was, wenn ich Dir nicht helfen kann?

Gelegentlich kann es vorkommen, dass ich aufgrund meiner Ausbildung, Erfahrungen und der Gesetzeslage nicht die passende Person bin, Dir zu helfen – zum Beispiel bei akuter Suizidalität oder schwerwiegenden Diagnosen. Dies lässt sich meistens schon im ersten Kontakt oder dem Erstgespräch feststellen, manchmal aber auch erst später. Wenn ich nicht die richtige Anlaufstelle bin, tue ich mein Bestes, Dir mit auf den Weg zu geben, wo Du Dich alternativ hinwenden kannst.

Was, wenn Du nicht über alles sprechen möchtest?

Was Du besprechen möchtest, liegt ganz bei Dir. Wenn Du über etwas nicht sprechen möchtest, wirst Du natürlich nicht dazu gedrängt! Insbesondere in der ersten Sitzung sind wir praktisch Fremde und werden nicht tiefgehend in sensible Themen einsteigen. Mein Wunsch ist es, im Laufe der Zeit eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen, sodass Du Dich sicher fühlst, Dich zeigen zu können.

In der Regel führt es übrigens bei den meisten zu Entlastung, über das zu sprechen, was man aus Gedanken verdrängt und nicht ausspricht. Ich habe schon von ehemaligen Klient*innen gehört, dass das Mitteilen weniger schlimm war als angenommen. Wichtig ist: Alles geschieht zu seiner Zeit und Du bist die Person, die das Tempo und die Tiefe vorgibt.

Wie es danach weitergeht

Am Ende der Sitzung oder in der darauffolgenden Sitzung erarbeiten wir Deine Therapieziele. In der Regel bietet es sich an, sich wöchentlich zu einem festen Termin zu treffen, aber auch andere Intervalle (z. B. alle zwei Wochen) sind möglich.

Dieser Artikel dient zur ersten Orientierung, damit Du ungefähr weißt, was Dich im psychologischen Erstgespräch erwartet. Jeder Mensch und jede Situation ist einzigartig – deshalb kann Deine erste Sitzung auch etwas von diesem Ablauf abweichen.

Im nächsten Blogeintrag erfährst Du, wie die darauffolgenden Therapiesitzungen ablaufen und wie wir Schritt für Schritt an Deinen Themen arbeiten können.

Entdecke mehr von Lilly Kühn

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen